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DER ISMENE KOMPLEX

Der Ismene-Komplex – Psychose 2011



Eine Koproduktion von „GbR Der Ismene-Komplex“ und Theater im Bauturm.


Was sind das für Verhältnisse, in denen man nicht vernünftig bleiben kann? Der Ismene-Komplex untersucht die
(Ohn-)Macht des Menschen in einer komplexen Welt und forscht nach Formen humanen Handelns. Wofür machen wir uns
stark? Sind die Revolten in Maghreb und Nahost ein Modell für sich entladende Empörung, Veränderung, Entwicklung? Die
großen Themen - Gesetze der Macht, Radikalisierung /Widerstand, Mäßigung sowie bewusste und unbewusste
Anpassung/Passivität - aus dem antiken Drama von Sophokles sowie die Figurenkonstellation um die Antagonisten Kreon,
Antigone und Ismene bilden den Hintergrund für unser Erforschungslabor heute.
Unsere westlichen demokratischen Systeme böten eigentlich Möglichkeiten der Teilhabe. Warum fühlen sich viele Menschen,
tendenziell sogar immer mehr, dennoch nicht eingebunden in Entscheidungsprozesse? Warum sehen sie nur die Alternative
von Eskapismus, Extremismus oder Flucht in Teilnahmslosigkeit und innere Emigration? Besteht die Gefahr der Erosion der
Demokratie?
Radikalität und Extremismus oder Mäßigung: Bändigung von Aggression und Zorn? Die Brisanz liegt im Spannungsfeld
dieser beiden Pole. Antigone entspricht der Revolutionärin, Dogmatikerin, Terroristin. Ismene, meist nur im Schatten der
radikaleren Schwester betrachtet, erscheint dagegen wie ein Prototyp unserer westlichen Gesellschaft.
Muss man töten oder sich umbringen, um Veränderungen zu erreichen? Welche Alternative bietet Ismenes moderates
Verhalten angesichts von Vermittlungsprozessen? Kann das die Lösung auch von globalen Konflikten sein oder trägt es zur
Verfestigung bestehender Machtmonopole bei? Was ist Demokratie heute? Das sind Fragen, die nicht nur in der politischen
Arena oder in Talkshows bearbeitet werden müssen, sondern bewusst auch im Theater, der ältesten politischen Bühne der
Menschheit.
Dieses Recherche-Projekt will experimentieren und ist ergebnisoffen. Die Regisseurin und vier SchauspielerInnen werden in
einem offenen Findungsprozess durch Improvisationen, Arbeit mit Fremdtexten und permanenter Auseinandersetzung mit
tagespolitischen sowie medialen Entwicklungen die Performance kreieren. Bindend ist die präzise inhaltliche Analyse eines
brennenden gesellschaftspolitischen Themas. Trotz des theoretischen Ansatzes entsteht sinnliches Theater.
Die Produktion wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.





Kritiken:

akT - Januar 2012

Rundschau 14.1.2012

Kölner Stadt-Anzeiger 17.1.2012

Kölner Wochenspiegel 8.2.2012

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